Mit 16 gründet er seine erste Firma, mit 32 wird er McKinsey-Partner, mit 39 beginnt er Sportarenen zu bauen: Wer ist David Speiser? Und was ist Topgolf?










Ein Schweizer mischt den Ruhrpott auf: In der 40.000 Quadratmeter großen, dreistöckigen Topgolf-Arena in Oberhausen bei Essen fliegen dank 14 Hochgeschwindigkeitskameras und gechippter Bälle die Abschläge exakt vermessen ins beleuchtete Green. Überall Monitore, Bars, ein riesiger Sport-Screen, Drinks servierende Roboter, Burger und supergut gelauntes Personal. Der Standort ist clever gewählt: Fast vier Millionen Menschen leben in 30 Fahrminuten Entfernung.
Topgolf ist für die ganze Familie – 87 Prozent der Gäste haben mit Golf als Sport nichts am Hut. An Spitzentagen kommen bis zu 2.900 Leute, rund eine halbe Million pro Jahr, 40 Prozent davon weiblich. „Soweit ich weiß, hat sich noch niemand wegen Topgolf scheiden lassen“, lacht Speiser.
Als 32-Jähriger stieg er zum McKinsey-Partner auf, so jung wie kaum ein anderer. Sein Mentor Claudio Feser, heute Chairman bei Greenreb, riet ihm zunächst ab: „Ich sagte ihm: Das ist eine Furzidee, du vernichtest deine Karriere. Denn ich wollte nicht, dass er geht. David ist ein Naturtalent, wie es das vielleicht alle fünf Jahre gibt.“ Als Speiser bei der Topgolf-Arena in Florida erkannte „Das ist es!“, sicherte er sich noch in derselben Woche die Option für Zentraleuropa – und Feser investierte sofort.
In die Anlage Oberhausen flossen rund 50 Millionen Franken, das Kapital vor allem von Freunden. „Hier zahlen wir 300 Menschen ein Auskommen“, sagt Speiser. Schon mit 16 gründete er mit Jugendfreund Christian Jott Jenny „Speiser & Jenny Management“, aus dem später die Swiss Premium Entertainment GmbH wurde. Als Nächstes folgen Arenen in Wien (Eröffnung 2024/25, direkt an einem See neben Österreichs größtem Kongresszentrum) und Mailand (auf einem Grundstück des ehemaligen Alfa-Romeo-Werks). „Ich brauche wohl einfach das Adrenalin.“

